Staub
STAUB ist eine wortlose Performance an der Schnittstelle von Materialtheater, Objekttheater, Live-Musik, Choreografie und Bildender Kunst. Ihr zentraler Protagonist ist ein animierter Bühnenraum: eine Wohnung, die vor den Augen des Publikums langsam auseinanderfällt. Wände öffnen sich, Tapeten lösen sich, Möbel und Gegenstände verlieren ihre vertrauten Funktionen, und Staub legt sich über den gesamten Raum.
Zwei Performer*innen bewohnen diese zerfallende Welt. Sie tragen, verschieben und verändern die Überreste der Wohnung, verschwinden hinter Wänden und Möbeln und tauchen aus dem sich auflösenden Raum wieder auf. Alltägliche Gegenstände werden zu Kostümen, Masken und Spielpartnern. Papier, Pappe, Klebeband, Geröll und Staub werden zu Verlängerungen ihrer Körper. Aus zunächst vorsichtigen und präzisen Handlungen entwickeln sich immer wildere körperliche Auseinandersetzungen.
Im Zentrum von STAUB stehen Vergänglichkeit, Trauer und Transformation. Der zerfallende Wohnraum wird zur Vanitas und zu einem Ritual des Abstreifens: ein Loslassen von angesammeltem Ballast. Staub ist zugleich das, was bleibt, und das, aus dem Neues entstehen kann. Er trägt Spuren dessen, was verschwindet, und widersetzt sich jeder Vorstellung von Dauer, Ganzheit und Kontrolle.
Die Performance kommt ohne gesprochenen Text aus. Ihre Dramaturgie entsteht aus dem präzisen Zusammenspiel von Körpern, Objekten, Raum und Klang. Was als beinahe stoische Beobachtung des Verfalls beginnt, steigert sich zu einem körperlichen Ausnahmezustand: Gegenstände werden zerlegt, Materialien aufgerissen, Staub wirbelt durch die Luft. Die Performer*innen verwandeln sich in maskierte, verfremdete Gestalten, während sich der Bühnenraum immer weiter auflöst.
Die Live-Musik ist ein gleichberechtigter Teil dieser Transformation. Geräusche entstehen aus der physischen Welt der Performance und verdichten sich mit Gitarre, elektronischen Beats und Resonanzen zu einer intensiven musikalischen Landschaft. Klang wird dabei nicht zur Illustration, sondern zu einer körperlich erfahrbaren Kraft.
nominiert für den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ 2026
Objekt-/Visuelles Theater // ohne Sprache // 70 Minuten
November 2025 // Theater Rampe, Stuttgart
März 2026 // HochX, München
Mai 2026 // Theater Rampe, Stuttgart
November 2026 // Unidram Potsdam
Team: Künstlerische Leitung / Konzept / Raum: Samuel Hof, Nina Malotta Performance / Objekte: Antje Töpfer, Marius Alsleben, Nina Malotta Musik: Michael Fiedler, Marius Alsleben Outside Eye: Bastian Sistig, Yara Richter Produktion / Grafik: Markus Niessner Assistenz: Kristina Arlekinova
Staub ist ein Produktion von O-Team in Kooperation mit dem Theater Rampe. Gefördert durch die Landeshauptstadt Stuttgart und durch den Landesverband freier Tanz- und Theaterschaffender Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Mit freundlicher Unterstützung des Kunstvereins Wagenhalle e.V.
Trailer:
„Noch tiefer zu graben, bringt uns weder irgendeinem Wesen der Dinge näher noch finden wir endlich ein Zuhause; wir werden nur immer mehr Staub produzieren. Einfach nur Staub. Flüchtigen, vergänglichen, rastlosen Staub. Wir werden nicht plötzlich auf einen festen, erstarrten Urgrund stoßen. Und vielleicht ist das die bemerkenswerte Idee unserer Zeit, dass das große Projekt der Ankunft, der Suche nach sicherem Grund, nach dem Wahren und Guten nun dem beunruhigenden Verblassen der Dinge weichen muss.
Wir haben jetzt die Möglichkeit zu lernen, wie man inmitten des Verfalls lebt; zu lernen, wie man das Licht der Dämmerung ehrt; zu lernen, wie man sich mit unserem Vergehen anfreundet; zu lernen, wie man trauert und zerbricht; zu lernen, dass Scheitern schöpferisch ist; zu lernen, dass sich zu verirren nicht heißt auf dem falschen Weg zu sein; zu lernen, dass das Heilige immanent ist; zu lernen, dass Lieben nicht bedeutet, nach einem anderen zu greifen, sondern zu erkennen, dass wir der andere sind; und zu lernen, dass es keinen Sinn hätte, wenn wir immer unseren Willen bekämen. Vielleicht entfesseln wir, wenn wir lernen, hier zu leben, genau hier, eine lebendige Freude, die uns entging als wir uns bemühten, sie zu besitzen.“
Báyò Akómoláfé
(https://www.bayoakomolafe.net/post/)
komplettes Video ( -> direkter link zu Vimeo)
























