Staub

„Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück.“ – Bibel

Wir sind ein ständiges Auseinanderfallen, ein langsames Sterben oder Staubwerden. Wir verlieren Teile von uns selbst und fügen diese zu einem Gemeinwesen aus Staub hinzu, das andere Wesen und deren Abstoßung einschließt – Haare, Körner, Pollen, pulverisierte Sterne, Kunstfasern, Mineralien, Reifenabrieb und Staubmilben. Staub ist Auflösung und Verfall, aber auch der Nährboden für das sich ständig erneuernde Leben. Staub durchdringt alles und widersetzt sich jeder Idee von Ganzheit, Abgeschlossenheit, Dauerhaftigkeit und Kontrolle.

Staub ist ein interdisziplinäres Projekt mit Elementen von Objekttheater, Bildender Kunst, Performance und Musiktheater. Wir sehen einen Raum, ein Zuhause, der langsam zerfällt. Wie auch wir zerfallen, wie unsere Lebenswelt zerfällt, die Ökosysteme, die Kultur, soziale Strukturen oder Träume. Staub ist eine performative Meditation zu Vergänglichkeit, Tod und Verfall. Staub ist eine theatrale Andacht, ein Vanitas-Stilleben, eine rituelle Auflösung von zivilisatorischem Ballast als Befreiung, ein Sich-Schälen oder Häuten. Staub ist Schönheit, Ruhe und Gelassenheit.

November 2025 // Theater Rampe, Stuttgart
März 2026 // HochX, München
Mai 2026 // Theater Rampe, Stuttgart

Team:
Künstlerische Leitung / Konzept / Raum: Samuel Hof, Nina Malotta
Performance / Objekte: Antje Töpfer, Marius Alsleben, Nina Malotta
Musik: Michael Fiedler, Marius Alsleben
Outside Eye: Bastian Sistig, Yara Richter
Produktion / Grafik: Markus Niessner
Assistenz: Kristina Arlekinova

Staub ist ein Produktion von O-Team in Kooperation mit dem Theater Rampe. Gefördert durch die Landeshauptstadt Stuttgart und durch den Landesverband freier Tanz- und Theaterschaffender Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Mit freundlicher Unterstützung des Kunstvereins Wagenhalle e.V.

Trailer:

„Noch tiefer zu graben, bringt uns weder irgendeinem Wesen der Dinge näher noch finden wir endlich ein Zuhause; wir werden nur immer mehr Staub produzieren. Einfach nur Staub. Flüchtigen, vergänglichen, rastlosen Staub. Wir werden nicht plötzlich auf einen festen, erstarrten Urgrund stoßen. Und vielleicht ist das die bemerkenswerte Idee unserer Zeit, dass das große Projekt der Ankunft, der Suche nach sicherem Grund, nach dem Wahren und Guten nun dem beunruhigenden Verblassen der Dinge weichen muss.
Wir haben jetzt die Möglichkeit zu lernen, wie man inmitten des Verfalls lebt; zu lernen, wie man das Licht der Dämmerung ehrt; zu lernen, wie man sich mit unserem Vergehen anfreundet; zu lernen, wie man trauert und zerbricht; zu lernen, dass Scheitern schöpferisch ist; zu lernen, dass sich zu verirren nicht heißt auf dem falschen Weg zu sein; zu lernen, dass das Heilige immanent ist; zu lernen, dass Lieben nicht bedeutet, nach einem anderen zu greifen, sondern zu erkennen, dass wir der andere sind; und zu lernen, dass es keinen Sinn hätte, wenn wir immer unseren Willen bekämen. Vielleicht entfesseln wir, wenn wir lernen, hier zu leben, genau hier, eine lebendige Freude, die uns entging als wir uns bemühten, sie zu besitzen.“

Báyò Akómoláfé
(https://www.bayoakomolafe.net/post/)

komplettes Video ( -> direkter link zu Vimeo)

„Deshalb ist „Staub“ kein Stück über Tod und Vergehen, sondern über das Leben angesichts des Unaufhaltsamen. Es bietet die Chance, Scheitern nicht als das Ende, sondern als möglichen Neuanfang zu begreifen. Vielleicht ist es genau diese Revolte, die O-Team so eindrucksvoll feiert: den Mut, sich häuten zu dürfen und die Gelassenheit, im Zerfall eine Form von Befreiung zu erkennen. Denn nichts bleibt außer dem Staub, der von allem erzählt. Das ist die Philosophie des Kollektivs, das seit Jahren in interdisziplinären Formaten arbeitet und bewusst an den Rändern des Theaterbegriffs operiert. Die Projekte sind theatrale Andachten – immersiv, körperbetont, oft irritierend und meisterhaft umgesetzt. „Staub“ fügt sich hier nahtlos ein und treibt den Ansatz als instrumentale Objektperformance weiter, getragen von Michael Fiedlers eindringlichen Sound zwischen Geräuschkunst und elektronischer Beschwörung.“ (Petra Bail, Fidena)